Die Schulfächer von morgen – Teil 2: Tun mit den Händen

Wie lernen Kinder ihren Willen zu gebrauchen? Kontrolliert zu handeln? Selbstbestimmte Menschen zu werden? Wie lernen Kinder zu laufen? Wie lernen sie zu sprechen? Ganz einfach – Kinder tun diese Dinge einfach!

Mit diesen und anderen Inhalten beschäftigen sich Wissenschaftler im Forschungsgebiet rund um Embodied Cognition, was in etwa mit “körperhafte Bewegung“ übersetzt werden kann. Forschungsleitend ist dabei die Frage, wie höheres Denken auf körperlichen Erlebnissen beruht. Eines kann jetzt schon vorweggenommen werden, das Begreifen mit den Händen ist als elementarer Baustein für die sensomotorische bzw. kognitive Entwicklung der Kinder nicht mehr wegzudenken.

Je öfter Kinder etwas mit den Fingern machen, beispielsweise mit den Fingern zählen, desto fitter werden sie im höheren Alter, nicht nur in Mathematik. Kinder werden besser über Objekte nachdenken oder gar im späteren Verlauf ihres Lebens eingehender über diese Objekte philosophieren können, wenn sie sie durch Anfassen kennenlernen – Das Festhalten an einem Ast, das Greifen eines Holzspielzeugs oder die simple Erkenntnis, dass ein Nagel weh tun kann – all dies schult die Fähigkeiten der Kinder und dafür braucht man den Umgang mit der realen Welt und nicht das Wischen über einen Display mit immer der gleichen Handbewegung, mit immer dem gleichen, nichtexistierenden sensorischen Feedback. Wie können Kinder sonst lernen, dass sich Aluminium oder Holz anders anfühlt als ein Stofftuch?

Wie formulierte es Maria Montessori einst so schön: Die Entwicklung der manuellen Geschicklichkeit ist mit der Entwicklung der Intelligenz verknüpft, und historisch betrachtet, mit der Entwicklung der Zivilisation. Wenn der Mensch denkt, bewegt er die Hände. Deshalb muss das sich entwickelnde Kind ständig in Bewegung sein, aktiv sein, hinsehen, denken, überlegen. Immer gibt es etwas zu tun. Es ist ihm nicht wichtig was die anderen wissen. Das Kind will selbst lernen, die Welt selbst erfahren, sie durch eigene Anstrengungen kennenlernen.

Schon gewusst?

  • Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass sogar Babys sich wie “kleine Wissenschaftler“ verhalten und so ihre Umwelt erkunden. Sie testen genau wie Wissenschaftler Hypothesen, indem sie versuchen die Dinge, die sie gerade gesehen haben, nachzumachen.
  • Anhand von Singvögeln konnte nachgewiesen werden – Singvögel lernen ja sprichwörtlich das Singen – dass nachgewachsene Neuronen lernen können. Für den Lernprozess sind neue und schwierige Aufgaben sehr wichtig. Anders formuliert: Neue neuronale Verbindungen entstehen, wenn man etwas lernt. Das ist die wichtigste Erkenntnis der Gehirnforschung in den letzten 40 Jahren.
  • Das Gehirn ändert sich permanent. Diese spezielle Eigenschaft des Gehirns wird Neuroplastizität genannt. Was also nicht geht: das Gehirn benutzen und glauben, dass dort keine Veränderungen stattfinden. Man kann also nicht drei Stunden pro Tag Ego-Shooter-Spiele spielen und dieselbe Person bleiben.
  • Die Investition in die Bildung ist besonders im Kindergartenalter am rentabelsten, weil Kindergartenkinder einfach am schnellsten lernen.
  • Unabhängig vom Alter, für das menschliche Gehirn gilt immer: Je mehr da schon drin ist, desto mehr passt da noch rein!

Spielen und vor allem das Tun mit den Händen fördert also die Entwicklung. Und das Holzspielzeug von Natureich, mit seinen verschiedenen Farben, Formen und Oberflächen fördert den natürlichen Spieltrieb der Kinder. Verschaffen Sie sich am besten selbst ein Bild von unserem vielfältigen Angebot.

Lesen Sie in unserem dritten Teil: Die Schulfächer von morgen – Teil 3: Sport und die Magie der Bewegung


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